Gründung des Vereins

Wir wollen den Frauen und Männern danken, die den Impuls zur Gründung der Gemeinschaft gaben.

Bei der Gründungsversammlung am 7. November 1953 in der Gaststätte Bartmann, traten der Gmoi (Gemeinde) 50 Mitglieder bei, von denen heute noch 2 Mitglieder in der Gmoi aktiv sind. Trotz materieller Not steckte man sich das Ziel, die kulturellen Werte, Bräuche und Sitten des Egerlandes, die Mundart, das Volkslied, die Volkstänze und die Trachten zu pflegen, zu erhalten und an die nachfolgenden Generationen weiter zu geben. Dass uns dies gelungen ist, können wir mit Stolz behaupten.
Wir Egerländer betreiben Heimatpflege nicht als Selbstzweck, sondern verstehen unser Engagement als aus der Geschichte entstandene Verpflichtung.
Schnell wurde klar, das der Bestand nur gesichert ist, wenn die Jugend eingebunden wird und später die Geschicke der Gmoi übernimmt. Außerdem setzte man sich zum Ziel, die Arbeit stärker in die Öffentlichkeit zu tragen.
Bereits am 24. Oktober 1956 feierte die Gmoi den Egerländer Kirchweihtanz in der Offenbacher Messehalle, damals größter Saal der Stadt.
Die Trachtenbeschaffung wurde intensiviert. Beim 25 jährigen Bestehen der Siedlergemeinschaft Tempelsee im August 1958 nahmen 20 Trachtenträger am Festzug teil. Heute tragen mehr als 100 Mitglieder zu besonderem Anlass Tracht. 
1957 wurden die Offenbacher „Egerländer Gmoischrammeln“ gegründet. Mit ihrer Musik verschönern sie unter anderem die monatlichen Hutznau(b)mde.
Am 28. Oktober 1958 wurde die Gründung der Jugendgruppe bekannt gegeben, die am 1. Oktober ihre erste Übungsstunde hatte.
Alle waren sich einig, dass die Fortsetzung der Jugendarbeit nur mit Einbindung der Kinder gesichert werden könnte. Es folgte 1963 die Aufstellung einer Kindergruppe, die beim zehnjährigen Bestandsfest mit Fahnenweihe im August 1963 erstmals an die Öffentlichkeit trat.
Was es über diese Initiativen zu berichten gibt, finden Mitglieder im Gmoibladl, unserer Vereinszeitung, die seit 1976 einmal im Monat von der Jugend herausgegeben wird.
Auch die Arbeit im Wochenendseminar im Januar 1988 in Rodholz/ Rhön trug Früchte. Am 17.03.1988 erfolgte die Gründung der Gmoitanzgruppe.
Beliebt ist auch unsere Großveranstaltung nämlich der Egerländer-Kirchweihtanz, der alljährlich abgehalten wird. Bei dieser Veranstaltung zeigen alle Gruppen der Gmoi ihr Können. Selbstverständlich können unsere Gäste nach den Klängen der Blaskapelle auch selber das Tanzbein schwingen.

Man muss nicht geborener Egerländer oder Egerländer Abstammung sein um in den Jugendgruppen und der Gmoi mitzuwirken. Wir haben auch etliche geborene Offenbacher in unseren Reihen.

I.Pl.

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Jubiläumsveranstaltung 23.September 2018 in der Willy-Brand Halle

65 Jahre Gmoi z´Offenbach am Main

60 Jahre Egerland-Jugend

Für ihre langjährige Mitgliedschaft wurden geehrt Mouhm Gangl (Gründungsmitglied) Mouhm U.Ermler, Mouhm König sowie Vetter Wirth.

Die Bundesehrennadel erhielten durch Bundesvüarstäiha Volker Jobst Mouhm A.Ermler, Mouhm Kreysa und Vetter Hirsch.

Die Jugendnadel überreichte Bundesjugendführer Alexander Stegmaier Mouhm Lehmann, Vetter Lehmann und Vetter Schuster. 

Wir gratulieren recht herzlich.

Bilder: O.Peuse

Fahnenträger

Wie einigen bereits bekannt ist, trage ich seit Anfang 2015 nicht mehr unsere Gmoifahne. Der Schritt hierzu ist mir nicht leichtgefallen und ich habe, zusammen mit meiner Frau, lange überlegt ihn zu begehen. Habe ich doch, in Vertretung unseres Fähnrich Rudolf Gangl, mit der Fahne 10 Jahre lang unsere Gmoi repräsentiert. Als im Jahr 1963 die Gmoifahne angeschafft und geweiht wurde, wurde Rudolf Gangl zum Fähnrich gewählt. Er war also der erste und einzige gewählte Fähnrich unserer Gmoi. Es war für mich immer eine Ehre und auch ein gewisser Stolz,  ihn vertreten zu dürfen. In diesen 10 Jahren habe ich über 70 Gmoimitglieder mit der Fahne auf ihrem letzten Weg begleitet. Auch Bundes- und Landesvüarstäiha. Diese Art der Begleitung war nie einfach für mich und andere. Natürlich waren auch erfreuliche Begebenheiten, wie z.B. Bundes- und Landestreffen, Festzüge, Jubiläumsveranstaltungen u.s.w., darunter. Das Zusammentreffen mit den anderen Fahnenträgern war immer schön und oft auch sehr lustig. Aber einmal muss Schluss sein, denn auch an mir nagt der Zahn der Zeit. Ich möchte mich bei Euch allen für das mir entgegen gebrachte Vertrauen auf das herzlichste bedanken und wünsche mir, dass die Gmoi einen neuen geeigneten Fahnenträger findet.

Danke für alles.

M. Plank †

Wir gratulierten am 15.09.2013 unseren Gründungsmitgliedern

Zita Gangl † und Rudolf Gangl †

Im Hintergrund unsere Vüarstäihare Gertraud Hirsch und damaliger

                                          Bundesvüarstäiha Alfred Baumgartner

Das Egerland

Zum ersten Mal erfahren wir 1135 von einer „regio Egere“ und von einer „pagus Egire“-dann später von einer „Provincia Egrensis“, schließlich erstmals 1261 „Egerland“ genannt. Ende des 13.Jahrhunderts waren Teile der riesigen Wälder bereits besiedelt und zur Kulturlandschaft geworden, woran vor allem die Klöster Waldsassen (Zisterzienser), Kladrau (Benediktiner), sowie Tepl und Chotischau (Prämonstratenser) beteiligt waren.

Das historische Egerland war politisch ein Bestandteil des bayrischen Nordgaues. Besitzer waren im Ursprung die Vohburger und Staufer. Ludwig der Baier verpfändete es 1322 an König Johann von Luxemburg - damit fiel es an Böhmen und wurde nie mehr eingelöst. Eger behielt jedoch die alten Privilegien und Rechte, die erst wieder unter Maria Theresia und Josef II. aufgehoben wurden. Das Egerland gehörte endgültig zum Kronland Böhmen und blieb im Staatenbund der k.u.k. Monarchie bis Ende des ersten Weltkrieges, wo dann im Zuge der Gründung der Tschechoslowakischen Republik das Egerland gegen den Widerspruch unseres Volksstammes und mit Hinweis auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker, es dem neuen Vielvölkerstaat einverleibt wurde. 1938 erfolgte durch das Münchner Abkommen die Angliederung an das Deutsche Reich bis zum Kriegsende 1945. Im staatsrechtlichen Sinne erlosch mit der Vertreibung 1945/46 der territoriale Begriff „Egerland“.

Wo liegt das Egerland ?

Das Gebiet, liegt im westlichen Böhmen, zwischen Bayern, Sachsen und dem damaligen tschechischen Sprachgebiet mit einem Ausmaß von ca. 7500 Quadratkilometer und entspricht – um es zu veranschaulichen – etwa der dreifachen Fläche des Landes Luxemburg. Umgeben von Böhmerwald, Fichtelgebirge, Elster-und Erzgebirge, ist das Land auf weiten Gebieten mit Hochmoor (mineralisch) bedeckt. Inmitten dieses Gebietes steigt bis zu fast 1000m der Kaiserwald an, östlich davon das Tepler Hochland sowie das Duppauer Bergland. Die Eger durchfließt auf ca. 80km Länge das Land von West nach Ost. Im südlichen Teil sind die größeren Wasser die Miesa, Radbusa und Beraun. Fruchtbares Bauernland um Eger herum, Industrie um Falkenau und Karlsbad,- Handelswege stellten schon früh Verbindungen zu Ländern in allen Richtungen her, bis im 19.Jahrhundert die Eisenbahn noch intensiveren Handel zuließ.

Vor allem den weltbekannten Kurbädern war der Zugang der Heilsuchenden groß geöffnet. Karlsbad, Marienbad, Franzensbad waren Weltbäder von Ruf, nicht zu vergessen die ebenso frequentierten Badeorte Bad Königswart, Sagerberg, Gießhübl-Sauerbrunn, Konstantinsbad, St. Joachimsthal und viele mehr. Hier trafen sie Hoch-und Geldadel, Wissenschaftler, Gelehrte und die Welt der Musik. Das vorzügliche Hotelgewerbe und die bekannt gute Musik des Landes hatten großen Anteil am Weltbekanntsein dieser Egerländer Kurbäder.

Stand:22.10.2023

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